Habsburg vs. Wittelsbach
Shownotes
Diese Episode behandelt das Leben und Wirken von Kaiser Ferdinand II. sowie die politischen und religiösen Dynamiken des Dreißigjährigen Krieges, insbesondere mit Blick auf den Cousin aus München. Im Zentrum steht der Regensburger Kurfürstentag von 1630, der als Wendepunkt markiert wird, an dem der Kaiser durch die Entlassung seines Generals Wallenstein und die gescheiterte Königswahl seines Sohnes erheblich an Macht einbüßte. Wir beleuchten zudem die jesuitische Erziehung Ferdinands, die seine kompromisslose Haltung der Rekatholisierung und das folgenschwere Restitutionsedikt maßgeblich prägte. Ergänzend wird die Entwicklung des Konflikts von regionalen Aufständen bis hin zu einem europäischen Machtkampf unter Beteiligung von Mächten wie Frankreich und Schweden nachgezeichnet.
Musik: BackgroundMusiclab|Renaissance Riverie|Pixabay Bild: ChatGPT
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00:00:00: Der nachfolgende Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
00:00:10: Also wenn du auf die europäische Geschichte blickst, dann erwartest du ja meistens klare Fronten.
00:00:17: Stell dir vor, du analysierst den Vorstand eines gigantischen, aber extrem dysfunktionalen Weltkonzerns.
00:00:24: Das ist ein gutes Bild für die damalige Zeit!
00:00:27: Genau und normalerweise gehst du davon aus dass die Hauptkonkurrenz von außen kommt?
00:00:32: Also eine feindliche Firma, die irgendwie Marktanteile stehlen will.
00:00:35: Und wenn wir uns den Dreißigjährigen Krieg also von sechzehnundachzehn bis sechszehnundertachtundvierzig ansehen dann wird uns das im Geschichtsunterricht ja meistens genau so verkauft.
00:00:44: Eben ein massiver blutiger Konflikt zwischen zwei komplett unversöhnlichen Lagern.
00:00:50: Richtig!
00:00:51: Die Protestanten auf der einen und die Katholiken auf der anderen.
00:00:55: Aber – und das ist das Spannende heute Wenn wir uns die Quellen ansehen sieht es ganz anders aus.
00:01:00: Ja absolut.
00:01:01: Was unsere heutige Analyse hier so unglaublich faszinierend macht, ist dass dieser Stapel an historischen Quellen also diese ganzen Biografien und Verfassungsanalysen die wir vor uns haben eine völlig andere Geschichte erzählt.
00:01:14: Das hat mich beim Lesen auch so verblüfft?
00:01:17: Ja!
00:01:17: Denn wenn man mal ein bisschen die religiöse Oberfläche abkratzt dann blickt man direkt sozusagen in den Maschinenraum der Macht Und dort tobt ein feindlicher Übernahmeversuch quasi innerhalb des selben Lagers.
00:01:30: Okay Lass uns das mal auspacken, denn wir sprechen hier ja nicht von irgendwelchen marginalen Figuren am Rande sondern von den zwei absolut mächtigsten Herrschern des katholischen Europas damals.
00:01:41: Richtig!
00:01:41: Kaiser Ferdinand II.
00:01:43: aus dem Haus Habsburg und Kurfürst Maximilian I. von Bayern aus dem Hause Wittelsbach
00:01:48: Genau beide streng-katholisch beide theoretisch auf derselben Seite, aber – und das ist echt Kas unserer Aufzeichnungen offenbaren einen erbitterten ja fast schon toxischen Machtkampf zwischen diesen beiden Männern.
00:02:01: Und das war im Kern kein religiöses Ding sondern ein epischer Verfassungskampf!
00:02:07: Es ging letztlich um die große Frage wer hat im heiligen römischen Reich eigentlich wirklich dass sagen?
00:02:13: Ein zentralistischer Kaiser der von oben herab durchregiert?
00:02:17: Oder
00:02:18: eben die mächtigen Fürsten, die das Reich eher als eine Art elitäre Oligarchie betrachten.
00:02:24: Wahnsinn!
00:02:25: Und um die Schärfe dieser Rivalität überhaupt greifen zu können dürfen wir ja gar nicht auf den großen Schlachtfeldern des siebzehnten Jahrhunderts anfangen oder?
00:02:33: Nein,
00:02:33: überhaupt nicht.
00:02:35: Die Wurzeln dieses ganzen Konflikts liegen viel tiefer.
00:02:38: Wir müssen da in die gemeinsame Jugend der beiden schauen.
00:02:41: Die waren nämlich Cousins ersten Grades.
00:02:43: Ach krass, die kannten sich also richtig gut
00:02:47: Extrem gut!
00:02:48: Beide Genossen eine serigerose, Jesuitisch geprägte Ausbildung und studierten zeitgleich an der Universität in Ingolstadt.
00:02:56: Und die Quellen skizzieren hier zwei tief religiöse junge Männer, deren Persönlichkeitsprofile aber ... na ja komplett divergierten.
00:03:03: Inwiefern?
00:03:04: Also Maximilian war so fünf Jahre älter und er wird durchweg als Hochintelligent geradezu pedantisch fleißig und administrativ absolut brillant beschrieben.
00:03:14: Er war quasi der unangefochtene Muster-Schüler.
00:03:16: Okay, und Ferdinand?
00:03:19: Er hatte ja wahrscheinlich nicht diesen scharfen administrativen Verstand aber dafür das unschlagbare Blatt was den dynastischen Status anging.
00:03:31: Richtig!
00:03:32: Ganz genau als Erzherzug von Habsburg stand er in der Hierarchie einfach meilenweit über dem Bayerischen Herzog Und da gibt es in unseren Quellen dieses eine spezifische Detail einer Anekdote die diese ganze psychologische Dynamik einfach perfekt einfängt.
00:03:48: Oh ja, die Geschichte in der Kirche!
00:03:50: Das ist echt der Hammer.
00:03:51: also pass auf Wir befinden uns in der Kirche in Ingolstadt.
00:03:55: Der siebzehnjährige bayerische Thronfolger Maximilian betritt den Raum und nimmt ganz selbstverständlich den ersten Platz ein
00:04:01: Was ja aus Sinn macht er als älter und in seiner Heimat statt?
00:04:04: Eben Doch was macht der erst zwölfjährige Pferdenant?
00:04:08: Er marschiert einfach an seinem alteren Cousin vorbei Und stellt sich provokant Also wirklich exakt vor ihn.
00:04:14: Ja, und man muss verstehen das war damals weit mehr als nur ein jugendlicher Streich.
00:04:18: Das war ein echter Skandal oder?
00:04:20: Absolut!
00:04:22: In einer Gesellschaft in der diese zeremonielle Rang-und die physische Platzierung die absolute gesellschaftliche Ordnung widerspiegelten... ...war das eine massive Demütigung für Maximilian.
00:04:34: Krass
00:04:34: das führte zu einem formellen Eklat, der wirklich so gravierend war dass die Eltern der beiden Prinzen einen überaus scharfen diplomatischen Briefwechsel führen mussten um die Wogen irgendwie wiederzugletten.
00:04:46: Das
00:04:46: musst du dir wirklich mal plastisch vorstellen Du bist der kluge hart arbeitende Erbe der alle Aufgaben perfekt meistert.
00:04:52: aber dein jüngerer privilegierter Cousinen bekommt immer den Ehrenplatz nur weil sein Nachname Habsburg ist.
00:04:58: Ja und?
00:04:59: weil der Name dynastisch eben mehr Gewicht hat.
00:05:01: Das
00:05:01: prägt einen doch fürs Leben und dieser Vorfall ist irgendwie wie so ein Mikrokosmos für den gesamten späteren dreißigjährigen Krieg.
00:05:08: Genau so ist es, die Wittitzbacher in München fühlten sich intellektuell und staatspolitisch überlegen, pochten ständig auf ihre Eigenständigkeit aber stießen halt immer wieder gegen diese gläserne Decke der harpsburgischen Vorherrschaft.
00:05:22: Und diese aufgestaute Frustration hätte ja theoretisch leicht eine bloße Fußnote der Familiengeschichte bleiben können, wenn dann nicht die geopolitische Lage gewesen wäre.
00:05:32: Richtig!
00:05:33: Richtig – Die hat sie Jahrzehnte später in eine fatale Abhängigkeit gezwungen.
00:05:37: Springen wir mal ins Jahr sixteenhundertneunzehn als der böhmische Aufstand losbricht…
00:05:43: Der berühmte Prager Fenstersturz von sechzehntundachzehn oder?
00:05:47: Genau der da gerät die Welt der Habsburger komplett aus den Fugen.
00:05:51: Als Ferdinand im August, in Frankfurt dann zum Kaiser gewählt wird, wählt er zwar dieses majestätische Motto dem Kämpfer für die gerechte Sache gebührt die Krone.
00:06:02: Hört
00:06:03: sich super an aber die Realität sah ja düster aus!
00:06:06: Absolut düster.
00:06:07: Sein eigenes Königreich Böhmen hatte ihn kurz zuvor faktisch abgesetzt.
00:06:13: Teile seiner österreichischen Erbländer rebellierten und der saß in Wien im Grunde ohne Geld und ohne schlagkräftige Armee fest.
00:06:22: Und genau an diesem Punkt schlägt Maximilians Stunde!
00:06:26: Der ehrgeizige Musterschüler aus Ingolstadt hatte in der Zwischenzeit nämlich nicht Däumchen gedreht, sondern handfeste Machtstrukturen aufgebaut.
00:06:34: Ganz genau.
00:06:36: Maximilian hat die sogenannte Katholische Liga gegründet.
00:06:41: Das war dieses militärische Bündnis katholischer Fürsten oder?
00:06:44: Ja offiziell war es ein Bündniss Aber de facto finanzierte und kontrollierte Maximilian diese gewaltige Ligaarmee unter dem brillanten General Tilly fast im Alleingang.
00:06:56: Ferdinand
00:06:57: brauchte also militärische Muskeln, um sein Reich überhaupt zu retten – und sein Cousin war praktisch der Einzige, der sie liefern konnte.
00:07:04: Exakt!
00:07:05: Und Maximilian wusste sehr genau wie wertvoll seine Armee in dieser existenziellen Krise war.
00:07:11: Er agierte da als extrem kühler makiavellistischer Pragmatiker….
00:07:16: Also der Vertrag von München im Oktober, sixteenhundertneunzehn?
00:07:20: Genau.
00:07:21: Maximilian verpflichtet sich den böhmischen Aufstand für den Kaiser niederzuschlagen aber und das ist der entscheidende Punkt er diktierte die Bedingungen.
00:07:30: Er hat ihn richtig bluten lassen
00:07:31: Oh ja!
00:07:33: Er verlangte die komplette Erstattung aller Kriegskosten Und weil er wusste dass Ferdinand eigentlich Bankrott war ließ er sich im Vorfeld ganze Regionen als Pfand überschreiben nämlich Oberösterreich und die Oberpfalz.
00:07:46: Was mich an diesem Vertrag am meisten fasziniert, ist Maximilians politische Weitsicht.
00:07:51: Ich meine er begnügt sich ja nicht nur mit Geld oder Länder rein!
00:07:56: Er wollte den ultimativen politischen Preis.
00:07:58: Genau,
00:07:59: er forderte die Übertragung der Kurfürstenwürde der Pfalz auf Bayern um das mal kurz einzuordnen.
00:08:05: Die Kurfürstens war dieser exklusive Club von sieben Fürsten, die den Kaiserwellen durften.
00:08:11: Das war das absolute Machtzentrum des heiligen Römischen Reiches
00:08:15: Und Maximilian nutzte Ferdinand's absolute Verzweiflung aus Um Bayern dauerhaft in diesen elitären Kreis zu heben.
00:08:23: Wahnsinn.
00:08:24: Man würde ja jetzt annehmen, dass eine solche Rettungstat in der Schlacht am Weißen Berg die beiden Cousins irgendwie zusammenschweißt.
00:08:32: Aber das Gegenteil war der Fall oder?
00:08:34: Das absolute Gegenteils!
00:08:36: Das Misstrauen wuchs ins Unermessliche... Der Hof in Wien analysierte sehr präzise wie diese Kommandostrukturen funktionierten.
00:08:44: General Tilli nahm seine Befehle aus München entgegen
00:08:47: und eben nicht aus Wien wo der Kaiser saß.
00:08:50: Maximilian nutzte diese Liga-Armee als reines bayerisches Machtinstrument, um den Kaiser an der kurzen Leine zu halten.
00:08:59: Ferdinand war zwar formal der oberste Lehnsherr – aber realpolitisch war er eigentlich eine Geisel seines eigenen Retters!
00:09:07: Und niemand regiert gerne als Bittsteller?
00:09:10: Ferdinalt musste sich aus dieser Umklammerung befreien und sein Instrument dafür war Albrecht von Wallenstein.
00:09:18: Oh ja, Weinstein… Ein böhmischer Kleinatleger.
00:09:21: Der bot dem Kaiser in den letzten Jahren einfach aus dem Nichts eine gigantische eigene kaiserliche Armee aufzustellen.
00:09:28: Und da müssen wir uns wirklich mal kurz fragen, wie funktioniert so etwas rein logistisch?
00:09:34: In der Zeit?
00:09:35: Wie stampft man mitten in einer totalen Wirtschaftskrise eine Streitmacht von zehntausenden Männern aus dem Boden?
00:09:41: Das ist wirklich der Moment, indem die ökonomische Innovation des siebzehn Jahrhunderts in den Krieg eingreift!
00:09:48: Waldstein war nämlich weniger ein klassischer Feldherr als vielmehr ein genialer, ja militär-industrieller Unternehmer.
00:09:55: Ah!
00:09:56: Okay.
00:09:57: Er nutzte ein total komplexes Finanzkonsortium maßgeblich gesteuert durch den Bankier Hans de Witte.
00:10:03: die streckten enorme Summen vor rekrutierten damit die Truppen und refinanzierten das Ganze durch das sogenannte Kontributionssystem.
00:10:11: Was genau bedeutet das?
00:10:13: Das bedeutete schlichtweg der Krieg ernährt den Krieg Wallsteinsarmee besetzte Gebiete und diese Gebiete, egal ob das jetzt feindliche oder eigentlich verbündete Regionen waren.
00:10:23: Warte auch Verbündete?
00:10:25: Auch Verbündite!
00:10:26: Die mussten extrem hohe, systematisch eingetriebene Steuern zahlen um die kaiserlichen Truppen zu unterhalten.
00:10:32: Krass!
00:10:33: Und mit diesem gigantischen... Sich selbst finanzierenden Militärapparat im Rücken wendet sich das Blatt ja dramatisch.
00:10:40: Wallenstein unterwürst fast ganz Norddeutschland, drängt die Dänen zurück und plötzlich ist Ferdinand eben nicht mehr der schwache Kaiser von sixteenhundert neunzehn.
00:10:49: Überhaupt nicht mehr!
00:10:50: Er spürt jetzt diese absolute Macht... ...und sechzehnhundertneunzwanzig lässt er dann die Maske endgültig fallen.
00:10:57: Er lässt das sogenannte Rest-Hitutionsedikt.
00:10:59: Oh,
00:11:00: das war ein riesiger Deal oder?
00:11:02: Darin befiehlt er ja ohne den Reichstag auch nur zu konsultieren, dass alle seit fifteenhundertzweiundfünfzig sekularisierten katholischen Kirchengüter von den Protestanten zurückgegeben werden müssen.
00:11:13: Genau!
00:11:14: Und dieses Edikt offenbarte Ferdinands wahre Vision für das Reich.
00:11:18: Er agierte hier plötzlich wie ein Prinzeps Absolutus – also ein absoluter Monarch der sich über die traditionellen Mitbestimmungsrechte der Fürsten einfach hinweg setzt.
00:11:27: Da gibt es doch diese Devise von ihm?
00:11:29: Ja besser eine Wüste regieren als ein landvoller Ketzer.
00:11:34: Das zeigt, seinen absoluten Willen religiöse Einheit als Hebel für kaiserliche Macht zu nutzen.
00:11:41: Das Reich stand wirklich kurz davor in einen zentralistischen Staat umgebaut zu
00:11:46: werden.".
00:11:46: Aber da stellt sich mir natürlich sofort die Frage – Maximilian von Bayern war doch ein total fanatischer Katholik der die Gegenreformation immer vorantrieb?
00:11:55: Eigentlich hätte er Ferdinands Edig doch feiern müssen oder
00:11:58: nicht?!
00:11:59: Ja das sollte man meinen!
00:12:01: Aber unsere Quellen zeigen ein völlig anderes Bild.
00:12:04: In München herrschte blanke Panik, weil die theologische Übereinstimmung exakt in dem Moment irrelevant wurde als es um handfeste Verfassungswacht ging.
00:12:15: Maximilian sah die Gefahr gar nicht in dem Edikt selbst sondern in der Art und Weise wie es erlassen wurde – vor allem in dem Instrument das es durchsetzen sollte!
00:12:27: Wallenstein agierte vollkommen rücksichtslos gegenüber alten Adelsrechten.
00:12:32: Er setzte sogar traditionelle Fürsten wie die Herzöge von Mecklenburg einfach ab und ließ sich selbst vom Kaiser diese Ländereien übertragen.
00:12:40: Wahnsinn!
00:12:40: Für Maximilian war das wahrscheinlich der absolute Albtraum, ein Angriff auf die sogenannte reichsständische Libertät.
00:12:48: Ganz genau, ein ganz zentraler Begriff damals.
00:12:50: Ein extrem wichtiger Begriff in diesem Kontext ja.
00:12:53: Wobei man dazu sagen muss diese Libertät hat nichts mit unseren modernen demokratischen Freiheitsrechten zu tun oder?
00:13:00: Nein null!
00:13:01: Es geht um das historische Privileg der Reichsfürsten unabhängig zu agieren und den Kaiser durch Gremien und Wahlen zu kontrollieren.
00:13:08: Und Maximilian hat natürlich messerscharf erkannt.
00:13:12: Wenn Ferdinand heute einfach so protestantische Fürsten enteignen kann, wird er morgen mit seiner riesigen Armee den bayerischen Kurfürsten zum reinen Befehlsempfänger degradieren?
00:13:23: Exakt.
00:13:24: Und diese systematische Zuspitzung der Machtfrage die entlut sich schließlich in einem der bemerkenswertesten politischen Showdowns der ganzen Epoche
00:13:32: Der Regingsburger Kurfürstentag von sixteenhundertdreißig.
00:13:36: Genau, Ferdinand reist dorthin in dem festen Glauben auf dem absoluten Zenit seiner Macht zu stehen.
00:13:43: Er brauchte von den Kurfürsten eigentlich nur zwei kleine Dinge – die Zustimmung für militärische Gelder in Norditalien und noch viel wichtiger die Wahl seines Sohnes zum Thronfolger.
00:13:53: Das war entscheidend um die Habsburgische Dynastie abzusichern.
00:13:56: richtig Aber Ferdinand hatte die Rechnung ohne seinen älteren Cousin gemacht.
00:14:01: Maximilia nutzt dieses Treffen nämlich, um eine beispiellose Blockade zu orchestrieren.
00:14:07: Er schmiedet da einfach ne Allianz aus katholischen und protestantischen Kurfürsten.
00:14:12: Was ja verrückt ist wenn man die Religion als Hauptgrund für den Krieg sieht?
00:14:16: Absolut!
00:14:17: Es ging hier eben nicht mehr um Religion es ging rein um die Begrenzung kaiserlicher Macht.
00:14:23: aber was genau passierte dahinter?
00:14:25: verschlossenen Türen?
00:14:27: Ich meine, wie zwingt man einen Kaiser mit einer übermächtigen Armee in die Knie?
00:14:32: Das war Diplomatie auf höchsten Niveau.
00:14:35: Maximilian wandte im Grunde eiskalte Erpressung an und das flankiert von ausländischen Akteuren.
00:14:41: Auslängliche
00:14:42: Akteure?!
00:14:42: Ja!
00:14:43: Die französischen Gesandten waren da.
00:14:45: Insbesondere der strategisch brillante Berater von Cardinal Richelieu – ein Mann namens Per Joseph.
00:14:51: Der war ebenfalls in Regensburg und unterstützte die Kurfürsten massiv nur um die Habsburger zu schwächen.
00:14:56: Okay und was war das Ultimatum?
00:14:59: Maximilian stellte sich vor Ferdinand und sagte im Grunde, solange Weinstein nicht entlassen und diese erdrückende kaiserliche Armee nicht drastisch verkleinert wird blockieren wir Kurfürsten alles.
00:15:09: Keine Gelder keine Thronfolge
00:15:12: Nichts!
00:15:13: Das System des Reiches zwang den Kaiser faktisch in die absolute Handlungsunfähigkeit wenn die Kurfürstens sich einig waren.
00:15:22: Die Quellen beschreiben Ferdinand's nachgebenden oft als so ein Damenopfer ohne Zwang, was ich fast zönisch finde.
00:15:29: Er ließ Wallenstein im August die Wogen irgendwie zu glätten.
00:15:35: Aber Maximilian hielt sich nicht an die Impliciten absprachen oder?
00:15:40: Überhaupt nicht!
00:15:41: Ferdinalt bekam die Wahl seines Sohnes trotzdem nicht und musste zudem sein geliebtes Restitutionsedikt faktisch aussetzen.
00:15:49: Der Kaiser reiste tief gedemütigt ab.
00:15:51: Maximilian hatte gewonnen.
00:15:53: Er hatte die zentralistische Agenda vorerst zerschmettert.
00:15:56: Ja, aber dieser Triumph von sixteenhundertdreißig erwies sich als geopolitische Fehlkalkulation monumentalen Ausmaßes!
00:16:04: Wieso das?
00:16:04: Naja während die Kurfürsten da in Regensburg den kaiserlichen Militärapparat fröhlich demontierten landete im Sommer sechzehnhundert dreißig der schwedische König Gustav Adolf mit einer hochmodernen Armee an der Ostseeküste.
00:16:17: Okay...das wirft natürlich die Frage auf Warum waren diese Schweden so plötzlich eine derart existenzielle Bedrohung?
00:16:25: Ich meine, Thillis Bayerische Liga-Armee war doch extrem kampferprobt.
00:16:29: Kampf erprobt schon – aber die Schweden revolutionierten die Kriegsführung komplett!
00:16:34: Während Thillys Truppen noch in diesen massiven, starren Terzius kämpften... ...diese
00:16:39: riesigen schwerfälligen Karees aus Pikenieren….
00:16:42: richtig.
00:16:43: Genau die!
00:16:44: Gustav Adolf hingegen setzte auf flache total flexible Linienformationen.
00:16:49: Er kombinierte eine extrem hohe Feuergeschwindigkeit seiner Musketiere mit neuartiger leichter Feldartillerie, die man während der Schlacht super schnell verschieben konnte.
00:16:59: Und als diese beiden Heere dann, sixteenhundertdreißig bei Breitenfeld aufeinandertrafen wurde die traditionelle Liga-Armee von der schwedischen Feuerkraft regelrecht zerschossen und vernichtet.
00:17:12: Das
00:17:12: war der absolute Albtraum für Maximilian!
00:17:15: Ich meine ein Jahr später, sechzehnhundertzweiunddreißig stürzt seine Altergeneral Tilly dann auch noch in der Schlacht bei Rhein am Lech – und plötzlich steht der Weg nach Bayern völlig offen?
00:17:24: Ja….
00:17:25: Die Schweden marschieren ungehindert in das Herz des Wittelsbachereiches ein.
00:17:30: Maximilian, also der große Architekt des Regensburger Triumphs muss aus seiner eigenen Residenzstadt München nach Braunau fliehen während Bayern von schwedischen Truppen komplett verwüstet wird.
00:17:42: Und in dieser verzweifelten Lage bleibt Kaiser Ferdinand ja keine andere Wahl als den gerade erst entlassenen Wallenstein zurückzuholen und ihn quasi anzuflehen das Kommando wieder zu übernehmen.
00:17:52: Aber warte mal wie rechtwertigt ein oberster Feld her so etwas logistisch?
00:17:57: ohne direkt wegen Befehlsverweigerung am Galgen zu landen.
00:18:00: Oh, er war clever!
00:18:02: Er nutzte klassische militärische Ausreden, massive Nachschubprobleme der notwendige Aufbau von Winterquartieren – er müsse erst die eigenen Linien in Böhmen sichern.
00:18:13: Ah,
00:18:13: verstehe….
00:18:14: aber die politische Botschaft war eigentlich unmissverständlich oder?
00:18:18: Total,
00:18:19: Wallenstein hielt seine Truppen strategisch zurück und schaute die Faktor einfach zu wie Maximilians Lebenswerk verwüstet wurde.
00:18:27: Das war die direkte kalte Vergeltung für seine Entlassung in Regensburg!
00:18:32: Und das Krasseste daran ist ja?
00:18:34: Kaiser Ferdinand griff nicht hart genug durch um Wallensteinen zu zwingen sofort nach Bayern zu marschieren.
00:18:40: Maximilian muss doch in diesem Moment endgültig begriffen haben dass er völlig auf sich allein gestellt.
00:18:48: Und was mich an den diplomatischen Quellen dieser Phase so völlig verblüfft, ist Maximilians Reaktion darauf.
00:18:55: Er erkennt das der Kaiser ihn am langen Arm verhungern lässt und beginnt dann eine völlig eigenständige Außenpolitik – was ja den Begriff Hochverrat eigentlich neu definiert?
00:19:05: Absolut!
00:19:07: Wie konnte Maximilian bereits sechzehn-einunddreißig diesen geheimen Vertrag von Fonteneblu mit Cardinal Richelieu schließen also mit dem französischen Staatsfeind der Habsburger Ohne dass das Reissystem sofort kollabierte, Das
00:19:21: zeigt einfach wie zerrüttet die Verfassungsordnung zu diesem Zeitpunkt schon war.
00:19:25: Maximilian befand sich im absoluten Überlebensmodus.
00:19:29: Die Reißverfassung verbot formell natürlich Bündnisse mit ausländischen Mächten gegen den Kaiser.
00:19:34: Logisch
00:19:35: Aber die Realität des dreißigjährigen Krieges War ein permanenter Ausnahmezustand.
00:19:40: Wer eine Armee bezahlen konnte der machte die Regeln Und später, im Jahr die Zerstörung für Bayern einfach nicht mehr tragbar war – Schloss Maximilian sogar den Ulmar Waffenstillstand separat mit Frankreich und Schweden ab.
00:19:55: Er erklärte Bayern kurzerhand für neutral und entzog dem Kaiser mitten im Krieg einfach seine restlichen Truppen?
00:20:01: Genau!
00:20:02: Und diese unglaubliche Abfolge von Intrigen… Erpressungen und heimlichen Bündnissen prägte das Verhältnis von München- und Wien bis zum Tod Ferdinand im Jahr Hallo.
00:20:14: Und sogar noch weit in die Regierungszeit seines Nachfolgers hinein.
00:20:18: Es war am Ende ein Zweckbündnis, dass nur noch von der gemeinsamen Angst vor den Schweden und Franzosen zusammengehalten wurde.
00:20:26: Wenn wir diese ganze Masse an Dokumenten jetzt mal zusammenfassen, kristallisiert sich wirklich eine historische Wahrheit heraus die viel viel komplexer ist als dieser einfache Religionskonflikt den wir aus dem Schulunterricht kennen.
00:20:37: Absolut!
00:20:38: Der dreißigjährige Krieg war eben auch der gewaltige Kombinationspunkt eines familiären und verfassungsrechtlichen Dauerstreiz.
00:20:45: Ferdinand wollte einen modernen zentralisierten Monarchenstart Und Maximilian kämpfte mit jeder Faser, jeder Intriege und jeden Vertrag für den Erhalt dieses föderalen Fürstenbundes.
00:20:56: Na ja natürlich primär um seine eigene Machtbasis zu sichern!
00:20:59: Klar reine Eigennutz aber die Folgen sind enorm.
00:21:03: das bringt uns zu einem echt faszinierenden Gedanken.
00:21:06: Hau raus!
00:21:07: Stell dir mal vor Maximilian hätte sechzehnthundertdreißig in Regensburg nicht gewonnen hätte Ferdinand II.
00:21:13: dann womöglich einen zentralistischen absolutistischen deutschen Staat nach französischem Vorbild geschaffen?
00:21:20: Wow!
00:21:21: Okay, wenn man das mal weiterspint – genau an diesem Punkt.
00:21:25: Wenn du also der Zuhörer des nächsten Mal die Nachrichten einschaltest und Diskussionen darüber verfolgst wie sich Bund und Länder über Bildungsreformen, Steuereinnahmen oder sagen wir mal Pandemiemaßnahmen streiten, dann lohnt es sich echt kurz innezuhalten.
00:21:40: Auf jeden Fall
00:21:42: Du betrachtest in diesem Moment nämlich nicht einfach nur moderne Bürokratie.
00:21:46: Du schaust eigentlich auf die direkten Nachbäben eines Konflikts aus dem siebzehnten
00:21:50: Jahrhundert.".
00:21:51: Genau!
00:21:52: Die föderale Struktur der deutschsprachigen Länder, diese tief verwurzelte Unabhängigkeiten mächtiger Bundesländer, die uns heute als politische DNA völlig selbstverständlich erscheint – das ist nicht nur eine demokratische Errungenschaft...
00:22:04: Nein, sie ist zu einem großen Teil das direkte Vermächtnis von Maximilian von Bayerl und seinem obsessiven Jahrzehntelangen Kampf gegen seinen eigenen Cousin.
00:22:13: Hätte sich ein eitler zwölfjähriger Erzherzog in einer Kirche in Ingolstadt nicht provokant vor seinen älteren Cousins gestellt – wer weiß wie Europa heute aussehen würde?
00:22:24: Eine Wahnsinnsvorstellung wenn man bedenkt worauf unsere heutige föderale Struktur eigentlich gründet!
00:22:30: Wir danken dir, dass du dich heute mit uns durch dieses dichte Gestrüpp aus familiärem Ehrgeiz und Verfassungsrecht gekämpft hast.
00:22:37: Wir hoffen, du gehst mit einem völlig neuen Blick auf diese Epoche heraus!
00:22:41: Bis wir gemeinsam den nächsten Stapel an Dokumenten auspacken bleibt neubierig.
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